Die Geschichte der Katzenhilfe Luzern

...und wie alles begann

Mauzeli hatte ich nach dem Begräbnis meines Vaters auf dem Friedhof angetroffen. Aber nicht einfach so. Spürte sie meine Trauer und Verlorenheit über den Tod meines Vaters? Sie sass am Tag nachdem das Begräbnis vorbei und die vielen Leute heimgegangen waren ganz still und fröhlich auf seinem Grab. Mein Vater liebte Katzen so sehr. Damit machte sie ihm das grösste Geschenk und mir erst: sie brachte Trost, Freude und das Lachen zurück in mein Leben und vieler anderer Friedhofsbesucher. Fortan begleitete sie mich jeden Tag wenn ich auf den Friedhof kam und ich kam nun natürlich auch wegen ihr. Was für eine treue Seele. Sie hörte mich schon von Ferne, kannte das Geräusch meines Autos, meinen Schritt und das Klingeln meines Schlüsselbundes. Sie wurde mir ganz sicher vom lieben Gott höchstpersönlich geschickt.

 

Selbstverständlich habe ich mich um dieses Geschenk gekümmert, denn Mauzeli hatte Hunger. So bekam sie täglich nur das Beste vorbeigebracht. Zum Dank begleitete sie mich jeweils nach einem ausgiebigen Spaziergang durch den schönen Friedhof zu dessen Ausgang. Mauzeli wollte um jeden Preis draussen sein. Einmal im Winter, als es sehr kalt war, nahm ich sie nach Hause. Da schlief sie und genoss eine Weile die Wärme, jedoch nach dem dritten Tag wollte sie um alles in der Welt nur noch raus. Ich brachte sie wieder zurück zu ihrem Friedhof und machte ihr da ein warmes, trockenes Plätzchen, wo sie sich zurückziehen konnte. Deren hatte sie viele, die sie mir jeweils stolz zeigte.

 

Nach drei Jahren jedoch wurde Mauzeli krank. Ich holte sie am Tag vor Niklaus aus dem eisigkalten Friedhof nach Hause, wo sie stundenlang schnurrte, Mozart hörte und ausgestreckt auf einem weichen Kissen neben meinem Computer den Vögeln draussen zuschaute oder schlief. Leider hatte sie viel Wasser im Bauch. Der Arzt konnte noch punktieren, jedoch Mauzeli ass nicht mehr und auch das Trinken machte ihr Mühe. Ein paar Mal waren wir noch draussen, Mauzeli sicher am Katzengeschirr. Dann an Weihnachten starb sie. Ich werde diese treue Seele nie vergessen. Ihr und den anderen verstorbenen Katzen vom Friedental und der Elfenau widme ich meine Arbeit.

 

- Esther Huwyler -